Evaluation einer Initiative zur Stärkung des Bewusstseins für die Erkrankung Diabetes

Prof. Dr. Thomas Kubiak, Jennifer Grammes, Svenja Beatrice Frenzel

Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), Fachbereich 02, Psychologisches Institut, Gesundheitspsychologie

 

Hintergrund und Zielsetzung

Im Rahmen der Präventionskampagne „Diabetes – Nicht nur eine Typ-Frage“ des Deutschen Diabetes Zentrums (DDZ) wurden Kurzfilme entwickelt, die das Wissen über den Diabetes mellitus in der Bevölkerung steigern sollen. Eine reine Wissensvermittlung über präventive Maßnahmen führt jedoch nicht zwangsläufig zu einer Verhaltensveränderung. Relevanz und Akzeptanz der Informationen durch die Zielgruppe sind daher zentral.

Ziel dieses Projekts ist eine gezielte Evaluation der Kurzfilme durch Menschen mit Diabetes bzw. Menschen mit erhöhtem Risiko für Diabetes (z.B. durch Übergewicht). Besonderes Augenmerk wird auf schwerer zu erreichende Populationen gelegt werden (z.B. Menschen mit Migrationshintergrund und ältere Menschen). Daneben werden Akteure des Gesundheitswesens und der Versorgung in die Evaluation mit einbezogen (z.B. Diabetologen und Diabetesberater). Außerdem werden verschiedene Filmformate miteinander verglichen (Animationsfilme vs. Real-Erklärfilme vs. Expertenvideos).

Vorgehensweise

Die Kurzfilme werden in 8-10 Fokusgruppen evaluiert. Die Teilnehmenden schauen sich ausgewählte Kurzfilme an und nehmen an einer moderierten Diskussion teil. Diese Diskussion orientiert sich an einem  Leitfaden aus inhaltlichen und formalen Fragen zu den Kurzfilmen. Außerdem füllen die Teilnehmenden etablierte diabetesspezifische Fragebögen aus, um bisherige Erfahrungen mit Diabetes und Diabetestherapie zu erfassen.

Die Filmauswahl wird auf die jeweiligen Fokusgruppen abgestimmt. Alle Filmformate werden jeder Fokusgruppe präsentiert.

Relevanz für die Nationale Aufklärungs- und Kommunikationsstrategie

Die Evaluationsergebnisse liefern wichtige Informationen über die Passung zwischen den Kurzfilmen und den einzelnen Zielgruppen, die dazu dienen können, Inhalte und Formate der Aufklärungs- und Kommunikationsstrategie zu optimieren. Dadurch können schwer erreichbare Populationen gezielt angesprochen und eine nachhaltige und effiziente Wissensvermittlung über präventive und therapiespezifische Maßnahmen gesichert werden.