MOTIvationale und hemmende Faktoren (MOT-IF)

Prof. Dr. Dr. Christine Graf1, Lena Lütkemeier 1, Fabiola Haas1, Mark Spiller1

1Deutsche Sporthochschule Köln, Köln

 

Hintergrund und Zielsetzung

Weltweit zeigt sich ein erheblicher Anstieg der Diabetesprävalenz, v.a. des Typ 2 und Gestationsdiabetes, mit den entsprechenden Folgeerkrankungen. Die daraus entstehenden Kosten werden von der International Diabetes Federation (IDF) auf 420 Mrd. Euro geschätzt. Bisherige Präventionsprogramme, z.B. das Diabetes Präventionsprogramm, konnten zwar Erfolge verzeichnen, allerdings werden Betroffene aus vulnerablen Gruppen, wie beispielsweise Personen mit Migrationshintergrund und geringem sozioökonomischen Status seltener erreicht. Ziel dieses Projektes ist es, auf Basis eines Scoping Reviews effektive Maßnahmen in den verschiedenen Lebensräumen (z.B. Arztpraxen, Arbeitswelt, Kommune, Vereine) sowie motivationale und hemmende Faktoren bzgl. einer Teilnahme an Interventionen zu detektieren. Diese werden für nationale Besonderheiten mit Experten aus Wissenschaft und Praxis abgeglichen, um Handlungsempfehlungen für die genannte Klientel zu erstellen.

Vorgehensweise

Zunächst erfolgt eine systematische Literaturrecherche bzw. die Erstellung des Scoping Reviews. Die Ergebnisse werden in je zwei Fokusgruppendiskussionen (Experten und Akteure) diskutiert, angepasst und in einem zusammengefassten Katalog den Experten und Akteuren rückgespiegelt und finalisiert.

Relevanz für die nationale Aufklärungs- und Kommunikationsstrategie

Die Erstellung eines Katalogs möglicher Motive und Barrieren soll Praxisakteure unterstützen, gesundheitsförderliche/präventive und rehabilitative Maßnahmen zielgruppenspezifisch auszugestalten. Damit soll insbesondere die Erreichbarkeit sog. vulnerabler Gruppen gesteigert und ein wichtiger Beitrag zur nationalen Aufklärungs- und Kommunikationsstrategie geleistet werden.