Durchführung von themenspezifischen Telefonaktionen mit Expertinnen und Experten aus dem Bereich Diabetes-Prävention

Geschäftsstelle Nationale Aufklärungs- und Kommunikationsstrategie zu Diabetes mellitus,

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Hintergrund und Zielsetzung

Diabetes mellitus gehört zu den häufigsten nicht-übertragbaren Erkrankungen in Deutschland. Der größte Teil der Betroffenen (ca. 90 %) leidet unter Typ-2-Diabetes. Für diesen Diabetes-Typ besteht ein hohes Präventionspotential. Zum einen können Risikofaktoren wie Fehlernährung und Bewegungsmangel positiv beeinflusst werden. Zum anderen besteht ein hoher Informationsbedarf in der Bevölkerung. Diesen verdeutlichen die Ergebnisse aktueller nationaler Studien zu defizitärem Wissen über die Erkrankungsgruppe in der Bevölkerung, mangelhaftem Risikobewusstsein von Menschen mit einem besonderen Diabetes-Risiko sowie unzureichendem Selbstmanagement betroffener Personen.

Ziel dieser Maßnahme ist es, die Aufmerksamkeit für die Risikofaktoren von Typ-2-Diabetes sowie für die Erkrankungsgruppe in der Bevölkerung zu steigern und Interessierten die Möglichkeit zu bieten, individuelle Fragen an Expertinnen und Experten zu stellen.

Vorgehensweise

Zur Steigerung der Aufmerksamkeit für Diabetes in der Bevölkerung führt die BZgA seit 2019 themenspezifische Telefonaktionen in Kooperation mit Tageszeitungen durch. Die Themenschwerpunkte sind Risikofaktoren und Prävention des Typ-2-Diabetes. Um insbesondere vulnerable Gruppen zu erreichen, werden Kooperationen mit Tageszeitungen aus Regionen mit hoher Diabetes-Prävalenz angestrebt.

An festgelegten Terminen können Interessierte telefonisch individuelle Fragen zum Thema Diabetes an Expertinnen und Experten stellen. Vor und nach den Terminen erfolgt eine themenspezifische Berichterstattung in den kooperierenden Tageszeitungen, um die gesamte Leserschaft auf das Thema Diabetes aufmerksam zu machen. Dabei kann kurzfristig auf aktuelle Entwicklungen eingegangen werden. So wurde der Themenschwerpunkt einiger Termine während der Corona-Pandemie auf das Thema Diabetes und Corona gelegt.

Begleitend erfolgt eine anonymisierte Dokumentation der Anrufe und Themen. Die Auswertung wird für die kontinuierliche Bedarfsanalyse und Weiterentwicklung der Maßnahme verwendet.

Ergebnisse

Im ersten Jahr der Maßnahme (2019) wurden fünf Telefonaktionen durchgeführt. Für die Vor- und Nachberichterstattung wurden Kooperationen mit fünf Tageszeitungen eingegangen – mit einer Auflage von insgesamt 1,2 Millionen.

In den Folgejahren werden mehr Termine angeboten. Dadurch kann die Reichweite gesteigert werden. Zusätzlich wird die Auswahl der Tageszeitungen noch stärker den Bedarfen angepasst. Der Fokus wird auf Regionen mit besonders hoher Diabetes-Prävalenz gelegt, um vulnerable Gruppen noch besser zu erreichen.

Relevanz für die Nationale Aufklärungs- und Kommunikationsstrategie

Durch Informations- und Aufklärungsmaßnahmen kann zur Senkung der Prävalenz von Typ-2-Diabetes beigetragen werden. Mit den Telefonaktionen kann insbesondere im Rahmen der themenspezifischen Vor- und Nachberichterstattung in den kooperierenden Tageszeitungen eine breite Zielgruppe erreicht werden. Darüber hinaus können individuelle Informationsbedarfe interessierter Bürgerinnen und Bürger in der telefonischen Beratung gedeckt werden. Regionalen Unterschieden in der Diabetes-Prävalenz kann mit der Auswahl der Tageszeitungen begegnet werden.